Geschichte 2001

Januar
Wieder haben wir eine sehr junge Mannschaft, aber viele alte und Erfahrene sind zurückgekommen und freudig dabei. Ubuntu hat sich verändert, ob sie es merken und damit umgehen können? An der Geschichte wird lange und intensiv gearbeitet, die Erfahrungen des vergangenen Jahres wollen verarbeitet werden. Die letzten Texte entstehen im März.
Die Techniker sind völlig verzweifelt, die Stellflächen in der GAB mussten im vergangenen Dezember geräumt sein.
So stehen unsere Wagen wieder einmal über ganz Bielefeld verteilt.

Februar
Im Februar erst finden wir eine neue Fläche und ein Dach, richten uns ein, zahlen furchtbare Miete, frieren und haben kaum Platz zum arbeiten. Kein öffentliches Verkehrsmittel, nicht genug Strom, keine Heizung.

März
Mehrere Presseartikel führen endlich zum sieben Jahre ersehnten Erfolg: Die Volksbank bietet uns ein Wohnhaus mit Verwaltungsgebäude, großer Werkstatt, fünf Garagen ,einem gepflasterten großen Hof und einer großen Wiese an. Das alles nicht etwa an fünf Stellen, sondern auf einem Grundstück drei Minuten von unserem ersten Winterlager entfernt.
Miete: machbar. Vermieter: will uns helfen und unterstützen. Da bleibt nur eins: Hurra!!!!!
Endlich kann die Ubuntu -die Schule werden!

April
Fieberhaft beginnen wir alle möglichen Arbeiten gleichzeitig: Den Umzug mit Tonnen von Material, allen Wagen, den Ausbau des Dachgeschosses, die erweiterte Heizungsanlage, die neuen Fenster, die Gespräche mit den Mitarbeitern, die Suche nach neuen Kräften, Verhandlungen über die Verträge, den Umzug des Circus, die Planung der Räume, das neue Programm, die Tourneeplanung, die Werbung für das Circusjahr, Gespräche mit Kooperationspartnern, Finanzverhandlungen, dem Schulrat, Lehrern, und und und ... und ... fast wäre es untergegangen: Wir sind ein Circus und wollen auf Tournee.
Pfingsten steht das Zelt auf "unserem" Gelände.
Und Pfingsten beginnt der härteste Angriff auf unser Projekt.

Mai
Es macht Spaß und Freude, die neuen Hallen und Räume zu ergreifen und einzurichten. Mit ganz viel Schwung schaffen wir beides, das Neue und das Alte, den Circus.

Juni
In der Premierenwoche stirbt unsere Circusoma, von Gütersloh aus nehmen wir im Aufbahrungsraum Abschied und gestalten von Ottersberg die Trauerfeier mit. Zum ersten Mal in der Geschichte dieses Circus fallen dort zwei Vorstellungen aus. Bei aller Aufregung wird es eine schöne Tournee, mit vielen Zuschauern, einem guten Direktorium und vielen guten Begegnungen.

August
Die ersten Kinder kommen für das Circusjahr und beziehen ihre eigenen Wagen, sobald sie sie restauriert und eingerichtet haben. Mancher kann einen Schraubenzieher nicht von einem Schraubenschlüssel unterscheiden, wir fangen also von ganz unten an. Alles muss improvisiert werden, aber es geht!

Herbst
Zu viel Arbeit, wir kommen nicht zum Tagebuch.

Dezember
Das Direktorium beschließt im Dezember die Tournee 2002 dennoch durchzuführen. Niemand weiß wie es gehen kann, Ubuntu wird sich verändern, aber wir glauben an die Größe unserer Idee.
In der Premierenwoche stirbt unsere Circusoma, von Gütersloh aus nehmen wir im Aufbahrungsraum Abschied und gestalten von Ottersberg die Trauerfeier mit. Zum ersten Mal in der Geschichte dieses Circus fallen dort zwei Vorstellungen aus.
Im August kommen die ersten Kinder für das Circusjahr und beziehen die Wagen.
Alles muß improvisiert werden, aber es geht! über Weihnachten entsteht eine neue kleine Treckerhalle, jetzt sind alle geschützt - endlich! Die Sache mit unserem Chief läßt uns nicht zur Ruhe kommen. Trotz unseres Vertrauens kann er im Moment nicht für Ubuntu arbeiten. Wir wissen nicht, wie es ohne ihn gehen soll. Viel,viel Zeit vergeht mit guten und weniger guten Gedanken, mit wenn und aber, mit Sorgen, Angst und Schrecken. Wieder einmal spüren wir, wie leicht es ist von außen auf Ubuntu zu gucken und alles besser zu wissen.