Geschichte 2002

Januar
Mit einer Sylvesterparty in der Holzwerkstatt eröffnen wir das Jahr.
Wir werden mit schweren Verlusten zu tun haben: Marcel braucht echten Urlaub von allem, Katharina ist in Amerika, Alexander bekommt keinen Urlaub, Frau Terbuyken kann die Küche nicht übernehmen, Rolf kann nicht dabei sein, und so fort. Aber wir haben einen neuen, jungen Chief. Feierlich wird ihm im Kreis der neuen Mannschaft die berühmte Trillerpfeife übergeben und alle nehmen sich vor, ihm zu helfen und ihn bei seinen vielen Aufgaben zu unterstützen.
Ubuntu wird wieder rollen, allerdings beschließen wir: nur drei Wochen und maximal 60 Mitfahrer. Bei über 100 Anmeldungen sind das rund dreißig schmerzhafte Absagen.
Unsere Werkstätten sind reichlich belegt und voll bis unters Dach, Robert und Ludger, Inka und Frau Handt sind jetzt hauptamtlich für das Circusjahr tätig, wohnen mit in den Wagen oder im Haupthaus und sind unendlich fleißig.

Februar
Die Geschichte steht, das Training beginnt, wir haben einen sehr guten Vorstand im Verein und ... wir sind guter Dinge. Was immer auch noch kommen mag, es wird eine Tournee 2002 geben! Danach werden wir weitersehen und viele Dinge entscheiden müssen.

März
Die neue Zugmaschine, eine der ersten Straßenzugmaschinen nimmt Form an und entpuppt sich als wunderschön! Hätten wir die zweite auch nehmen sollen?

April
Es sieht gut aus, die Tournee ist in Sicht. Alle Vorbereitungen sind im Zeitplan (wenn man die typische Ubuntu-Verzögerung dazunimmt). Wir versuchen uns zu etablieren und erstellen ein Budget, an das wir uns halten wollen. Mit dieser Neuerung werden wir in den nächsten Jahren immer klarer und einfacher unseren Haushalt be- und überwachen können! Viele Stunden gehen mit Grundsatzfragen ins Land.

Mai
Wären da nur nicht so viele ehrenamtliche und gutwillige Helfer und Gedanken und Menschen und Kinder, wie leicht könnten wir alles verwalten! Aber wir bleiben uns treu und hoffentlich auch menschlich. Unsere Ideen wollen wir leben und nicht verwalten. Auch das bleibt Thema für die nächsten Jahre.

Juni
Die Tournee beginnt, mit einem Senior und einem Junior-Chief. Ob die beiden das alles klarkriegen und sich nicht streiten, oder die Mannschaft durch unterschiedliche Entscheidungen verwirren? Alle sind gespannt.

Juli
Es klappt! Wir haben eine gute und spannende Tournee, mit vielen alten und neuen Gästen und entdecken Schleswig-Holstein ganz neu.

August
Es tut sehr gut in ein großes und bequemes Winterlager nach Hause zu kommen.

Obtober
Es steht fest, der Chief wird versetzt. Was nun?
Die Circusschule beschließt nach Elmshorn zu gehen

Herbst
Es wird wirklich Herbst in Bielefeld. Der Vorstand des Trägervereins sucht Menschen, die das Circusprojekt verantwortlich übernehmen. Was aber ist eine Circusschule ohne Circus? Wird das Material zukünftig hin und hergehen? Ist jeder für sich Ubuntu, oder gibt es Ubuntu-Nord und -Süd? Ein Dach – zwei Dächer? Oder besser Trennung? Wer sagt wann, was den Kindern und Jugendlichen, den Eltern?

Oktober
Der Vorstand setzt sich eine Frist, denn die Schule sucht nach Räumen, sollen sie mit oder ohne Circus suchen? In vier Wochen müssen die Menschen gefunden sein, die den Circus in Bielefeld weiter tragen, sonst geht alles nach Norden!

Dezember
Die Menschen sind nicht gefunden. Viele, viele sind angesprochen, Vieles ist durchdacht, geplant, verworfen. Der Vorstand und die Mitgliederversammlung beschließen den Umzug beider Projekte nach Horst/Holstein, wo inzwischen der Heidehof gefunden ist.
Am 6. dieses Monats fährt der erste Lkw nach Horst. Am 25. die Kolonne der Trecker und Mannschaftswagen – sie braucht fast drei Tage! Ein Begleitfahrzeug versorgt Fahrer und Beifahrer bei trockenem, aber eiskaltem Wetter alle zwei Stunden mit geheiztem Wohnwagen, Kaffee, Tee und allen erforderlichen Mahlzeiten, sowie den freudigen Pausengesprächen. In Horst erwartet sie ein provisorischer Fahnenmast, an dem die Fahne bereits munter flattert, und eine Gruppe von über zwanzig Menschen, die eine warme Halle und eine warme Mahlzeit bereithält. Welch ein Empfang in der neuen Heimat!