Geschichte 2003

Januar
Bis zum 6. Januar rollen noch 16 Lkw-Ladungen fast pausenlos. In Horst stehen nachts um 1.00 oder 3.00 Uhr Helfer bereit, um abzuladen, denn jede Stunde Miet-Lkw ist teuer, teilweise lösen sich drei Fahrer ab. In Bielefeld ist es natürlich schwieriger, denn wer mutet sich schon gern zu, seinen Traum einzupacken und davonfahren zu sehen. Und das wird in den folgenden Jahren immer wieder ein Thema sein: Musste das denn sein? Es war doch so schön. Hätten wir es nicht doch geschafft? Wir haben es versucht, der Vorstand hat sich endlos bemüht die Menschen zu finden. Es war niemand bereit.

Frühjahr
Alles ist zu spät, die Geschichte, die Vorstellungsgespräche, der Trainingsbeginn, der Wagenbau, die Materialpflege, die Organisation. Die Schneider finden keine Kostüme, weil der Raum dafür völlig zugestellt ist, überall finden sich Kartons, Kisten, ganze Schränke scheinen verloren, alles zu spät, zu neu, eben alles anders! Wir hetzen nur hinterher, die Kinder kommen zu kurz, der Umgangston wird hart, die Trainer kennen Ubuntu nicht, die Regisseure haben noch nie Ubuntu in der Manege gesehen und ... und ... und ...
Wie gut, dass das Gelände so schön und ruhig ist und jeder Neubeginn auch viel Kraft gibt.
Vier Wochen vor der Tournee kommt Katharina aus England und steigt in die Regie ein. Mit unendlichen Konflikten ordnet sie das ganze Programm neu, arbeitet mit den Schauspielern, dem Licht, den Clowns. Die vielen Konflikte, Krisen, Debatten bringen ein wunderschönes Programm. Wir können uns sehen lassen! Drei neue Lkws, ein neuer Küchenwagen, ein Stromaggregat kommen auf den Hof. Wie? Das wissen wir auch nicht mehr so genau.
In Bielefeld gründet sich unser drittes Projekt: UBUNTU -die Bühne. Wir atmen alle auf, dort entsteht eine gute Lösung für die Kinder. Enge Zusammenarbeit wird vereinbart, gegenseitige Anteilnahme und Besuche.

Sommer
Ja, es gibt eine Tournee und sie ist ein voller Erfolg: Zuschauerrekord!
Die Bühne feiert Premiere und hat tolle Erfolge.

Herbst
Ja, es gibt einen Herbst. Wir merken es, weil die hundertjährigen Eichen um uns herum ihre Blätter fallen lassen und wir die auch noch wegschaffen müssen.

Winter
Nein, es gibt keine echte Winterpause, kein Atemholen, kein Ausruhen. Es gibt nur aufräumen, einräumen, umräumen, planen, verwerfen, bauen und abreißen.