Geschichte 1996

Januar
Das Training für "Paula" beginnt mit drei neuenTrainern. Die Post bringt täglich Briefe mit der Frage "Wann seid ihr wo?"

Februar
Bei Frost und Schnee beginnt - unter freiem Himmel - der Wagenbau. Jeder Teilnehmer hat ein Gepäckfach - Maße 60x39x53 cm - mehr nicht.

März
Der Zirkus hat keinen Pfennig mehr - nichts ist fertig! Es finden sich wieder Spender. Unsere Schulden? Ca. 36.000,-DM. Die Rollen und Aufgaben sollen verteilt werden. 100 Menschen!!! Die DEKRA sagt den Bau der Sitzreihen zu.

April
Mit Hochdruck wird seit Wochen an den 236 Kostümen genäht. Wir stellen fest, daß unsere Tournee zwar geplant, aber nicht durch Verträge abgesichert ist! Termine und Orte müssen umgestellt werden. Der große Zeltmast kommt vom Schweißen zurück.

Mai
Firma HIRO-LIFT baut und schenkt uns eine Seilanlage. Der Wagen "Farina" ist neu aufgebaut und feiert Richtfest. 50 Erdanker und 36 Rondellstangen werden geschmiedet und gemalt. UBUNTU feiert Pfingsten im eigenen Zelt. 100 Teilnehmer nennen einen Wunsch, der im Mast eingraviert wird.

Juni
Es ist nicht mehr zu schaffen! Die Technik zerreißt uns. Krisensitzungen und -Gespräche häufen sich. Und immer wieder: kein Geld. Zwei Nächte am Computer, das Programmheft muss zum Drucker. Vielleicht sollten wir einfach aufhören.

2. Juli
UBUNTU feiert Premiere in Bielefeld.

5.Juli
Wir haben es geschafft: UBUNTU ist wirklich unterwegs.

7.Juli
Der letzte Trecker kommt mit dem Toilettenwagen in Sierksdorf an. 18 Stunden Fahrt! Auf den letzten 50 Metern ein Plattfuß. Die Tournee wird wieder ein Erfolg; an vielen Orten werden wir schon erwartet. Beim Abbau in Eckernförde erleben wir eine Sensation, Schnitzel in Pilz-Sahnesoße nachts um halb drei. Diese Mahlzeit wird Tradition. Kronshagen beschert uns eine Wette: Zeltmeister und Chief glauben nicht, daß der Circus um 19.00 Uhr - nach nur 4 Stunden - aufgebaut ist. Das mangelnde Vertrauen müssen sie teuer bezahlen: 100 Portionen Eis sind fällig. Der Platz in Laboe ist schön, aber nur ein Viertel von dem, was wir eigentlich brauchen - die Zelte werden aneinander abgespannt. Schnüre über Schnüre verstellen alle Lagerwege. Wir lernen den Storchengang. Stolz auf unser nagelneues Zelt wollen wir es waschen, wenigstens abspülen. Am Ende der Aktion gibt es nichts trockenes mehr auf dem Platz: UBUNTUS erste Wasserschlacht ergötzt die Anlieger und wird Tradition. Die Rückfahrt der Trecker ist eine einzige "Repara-Tour" sie dauert drei Tage. Emma platzt auf der Autobahn ein Vorderreifen - bei 80 km/h.

August
Die Vorstellungen an Wochenenden in Hannover und Detmold zeigen unsere Grenzen. Wochenendzirkus - mal eben so - das geht nicht!

Oktober
Fünf Vorstellungen zum Tourneeschluss in Bielefeld. 68 Mitfahrer unterschreiben für die Tournee 1997. Ob es ein weiteres Jahr für den Zirkus gibt, weiß noch niemand.

November
Das Direktorium findet sich neu. Vladimir Egorov aus St. Petersburg stellt sich vor. Ein Profi bei Ubuntu?

Dezember
Die Entscheidung fällt: es gibt eine Tournee im nächsten Jahr. Mancher atmet auf, mancher fürchtet sich, aber: Wir wagen es. Die Arbeit an der neuen Geschichte beginnt. Ein neuer Regisseur - Brigitte Müller - aus Kiel sagt nicht ja, nicht nein. Ubuntu wird Pfingsten in Hamburg sein, so fehlen uns zwei Monate Probenzeit.